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Mehr Notrufe und mehr Einsätze verzeichnet

Veröffentlicht am 03.02.2018
Frank Gallinsky an einem Einsatzleitplatz Foto: Christoph Wiedemann

Im Rahmen einer Pressekonferenz veröffentlichte Peter Kunzelmann, Leiter der Integrierten Leitstelle in Coburg, gemeinsam mit Andreas Estermeier, stellvertretender Abteilungsleiter Rettungsdienst der Landesgeschäftsstelle des BRK in München, den Jahrespressebericht der ILS Coburg.

 

Zu Beginn gab Andreas Estermeier einen kurzen Bericht zur allgemeinen Situation in den BRK Leitstellen, in welchen jährlich rund 1,2 Millionen Anrufe entgegen genommen werden. Grundsätzlich sei in ganz Bayern ein Anstieg der Einsatzzahlen zu verzeichnen. Die Anzahl der Notfälle sei dabei von 2017 bis 2016 um 54% von 655.000 auf 1.010.000 Notfälle gestiegen. Die Anzahl der Notarzteinsätze sei während des selben Zeitraumes jedoch nur um 26% von 341.000 auf 428.000 gestiegen. Bis 2010 habe der Anteil der Notarzteinsätze noch bei 52% gelegen und sei aber seit 2016 rückläufig und liege derzeit bei 42%. Die Notwenigkeit eines Rettungswagens sei aber nicht bei allen Einsätzen gegeben gewesen.

 

Die ständig steigenden Einsatzzahlen seien auch damit begründbar, dass immer mehr Patienten die "112" wählen anstatt zum Hausarzt zu gehen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch zu nehmen. Auch die Bekanntheit der "116 117", der Nummer für den Arzt am Wochenende, lasse zu wünschen übrig. Man werde sich auch von Seiten der Leitstellen Maßnahmen überlegen, um die "116 117" zu "bewerben". Eine Zusammenführung beider Nummern sei eher problematisch, da eine Filterfunktion von dringenden und nicht dringenden Anrufen dann nicht mehr gegeben wäre.

 

Weiterhin sei noch wichtig mit dem Irrglauben aufzuräumen, dass Patienten die mit dem Rettungswagen in die Notaufnahme gelangen, auch schneller behandelt würden. Auch in den Notaufnahmen seien flächendeckend Triage-Systeme eingeführt worden, mit deren Hilfe die Patienten kategorisiert und anhand der schwere ihrer Erkrankungen/Verletzungen behandelt würden. Der kleine Schnitt im Finger, die Grippe oder der Durchfall muss somit auch in der Notaufnahme warten bis ein Unfallopfer oder ein Patient mit Herzinfarkt versorgt wurde. 

 

Ein weiteres großes Anliegen der BRK-Leitstellen sei die Schaffung einer anerkannten dreijährigen Berufsausbildung zum "Leitstellendisponenten". Bisher sei es nur möglich über diverse Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen an einem abschließenden Lehrgang in "Disponent Integrierte Leitstelle" teilzunehmen. Auch die Krankenkasse, das zuständige Innenministerium sowie die kommunalen Spitzenverbände hätten grundsätzlich für die Schaffung dieses Ausbildungszweiges plädiert, jedoch sei die Umsetzung bei der Frage der Finanzierung ins Stocken geraten.

 

Zum Abschluss bedankte sich Andreas Estermeier bei allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter der Rettungsdienste, der Feuerwehr, der Wasser- und Bergrettung, des THW, der Helfer vor Ort und aller anderen Einheiten für die wertvolle Arbeit, die sie leisten.

 

Im weiteren Verlauf der Konferenz gab Peter Kunzelmann einen Überblick über die Zahlen, Daten und Fakten zum Jahr 2017. Michael Jeschor, der stellvertretende Leiter der ILS Coburg, Kerstin May als Qualitätsmanagementbeauftragte und Sandra Schmidt, die stellvertretende Geschäftsführerin des Zweckverbandes für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung, nahmen ebenfalls am Pressegespräch teil.

 

Auch in der ILS Coburg sei eine Zunahme aller Ereignisse zu verzeichnen gewesen. Besondere Ereignisse seien im vergangen Jahr z.B. das Sturmtief "Thomas" und andere Unwetter gewesen, der tödliche Unfall eines Feuerwehrkameraden in Coburg, ein Großbrand mit gefährlichen Stoffen bei der Fa. Veolia und die Geiselnahme Ende 2017 in Coburg. 

 

Besondere Meilensteine im Jahr 2017 seien zum einen die Umsetzung der ABek 2016 sowie der vollzogene Hardwaretausch gewesen. Beim alljährlichen "Tag der Wiederbelebung" habe man im Rahmen der Öffentlichkeit wieder vielen Passanten Tipps und Tricks rund um die "Erste Hilfe" geben können und das Projekt "T-CPR" vorgestellt. Interessierte Bürger haben sich hier über Telefon zu einer Reanimation anleiten lassen können.

 

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

 

Anrufstatistik: Anzahl:
(09562) 19222 2.336
Notruf 112 44.527
Sonstige (Nebenstellen) 44.204
Anfragen ÄBD 2.640
Einsatzstatistik Rettungsdienst:
Notfalleinsätze 11.541
Notarzteinsätze 11.081
Sonstige (BR, WR, etc.) 2.774
Gesamteinsätze der Notfallrettung: 25.936
Krankentransport 16.044
HvO/First Responder 2.822
Einsatzstatistik Feuerwehr:
Brand 974
ABC 44
THL 2.261
Sonstige 339

 

Peter Kunzelmann gab in seinem Ausblick noch zu bedenken, dass auf die steigenden Einsatzzahlen schneller reagiert und die Überprüfung der Vorhaltung in kürzeren Intervallen erfolgen müsse. Auf die steigenden Zahlen bei den Krankentransporten werde man mit der Einführung eines Management-Systemes reagieren, welches flächendeckend in allen Leitstellen angewandt werden soll.

 

Das Jahr 2017 habe den Mitarbeitern der ILS Coburg zwar viel abverlangt, aber dennoch wurden alle Hürden und Herausforderung mit Bravur gemeistert. Auch Peter Kunzelmann bedankte sich zum Schluss seines Berichtes für die gute Zusammenarbeit mit allen angeschlossenen Einheiten und bei den Mitarbeitern der ILS Coburg für ihr großes Engagement und die äußerst gute Arbeit die sie leisten.

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